So, 30-09-2007 AKAROA: Sonntags-Scrubs

Heute ging es für mich schon um zwölf los weil ja Sonntag ist und wir wieder unseren Lunch anbieten. War aber nicht annähernd so viel los wie letzte Woche, man könnte es eigentlich mehr als langweilig beschreiben. LittleDanny hatte heute frei bzw. war krank und so übernahm Steve die Rolle des Pizzachefs/Küchenhilfe/Dishwashers. Zum quasi Frühstück haben wir ‚Blue Cod Calzone’ zum probieren bekommen, Fisch also in einem Teigmantel à la Pizza gefüllt mit Spinat und Kräutern und noch einigem mehr und das war so himmlisch lecker, unglaublich. Fisch mal ganz anders. Später haben wir dann auch noch einen richtig neuseeländischen original Pie bekommen und zwar mit einer Füllung aus drei verschiedenen Schafskäsen. Suuuuuper lecker!Als wir alle vor Langeweile fast schon gestorben wären und BigDanny schon lange in seiner Wohnung zurück war und dort quasi anrufbereit lauerte kamen die zwei Deutschen rein die beim French-Fest letztes Wochenende Eis verkauft hatten und jetzt noch mal privat nach Akaroa gekommen waren. Die wohnen in einer Vorstadt von Chch, sind seit drei Jahren in Neuseeland, haben eine eigene Eisfabrik und weil die quasi grad erst angelaufen ist machen sie nebenbei noch Hausrenovierung. Haben einen ca. 5 jährigen Sohn, auch wenn der Mann bestimmt schon so mitte 50 ist und wollen uns unbedingt ihr Spaghetti-Eis andrehen. Was ich nicht gerade nicht befürworten würde J Hab mich mit ihnen über dies und das unterhalten, gegessen haben sie auch noch und auch ordentlich Wein getrunken und als der dann so langsam seine Wirkung gezeigt hat hat der Mann angefangen, Zaubertricks- und Spielereien zu machen. Angefangen hat es eigentlich ganz harmlos in dem er Steve ein Getränk aus Grappa und Espresso zeigte, der nächste war dann mit Wodka, Zucker, Zitrone und Feuer und dann dauerte es nicht mehr lange bis zu dem ‚Knoten aus Schnur’ zaubern trick und ganz vielen anderen, großteils sehr peinlichen Sachen. Der Höhepunkt (und zum Glück auch das Ende) war dann irgendwas wo Steve auf einem Stuhl saß und der Mann vor ihm kniete, den Kopf dann quasi auf den Boden zwischen seine Beine tat und dann wie ein Huhn zu gackern begann und Steve sollte zu irgendeinem besonderen Zeitpunkt klatschen, genau verstanden hab ich das nicht, war aber jedenfalls ziemlich peinlich. Naja, aber im Endeffekt hatten wir so einen unterhaltsam langweiligen Nachmittag denn insgesamt verbrachten die fast drei Stunden bei uns und waren die ganze Zeit die einzigen Gäste, aber eben unterhaltsam. Gegen Abend wurde es dann wieder geschäftiger bis voll und so ging die Zeit schnell vorbei. Zum Abendessen gab es drei verschiedene Fische (Blue Cod, Gurnard und Monk Fish) in der Pf

anne mit Butter und Gemüse gebacken, Kartoffeln und noch mehr von den leckeren Schafskäsepies. Das alles wieder bei D&D in der Wohnung, heute waren aber nur die beiden und Melissa und ich da, Steve hatt irgendwas zu erledigen und Anne war von gestern Abend immer noch völlig fertig und erschöpft. Als wir in die Wohnung gekommen sind stand LittleDanny in der Küche und nachdem er wohl heute fast den ganzen Tag geschlafen hatte ging es ihm wieder besser und er hatte abends versucht, Kuchen zu backen, was er noch überhauptgarniemals zuvor in seinem Leben gemacht hatte. Er hat quasi so viel Ahnung vom backen wie ich vom Börsengeschäft. Er hat eben einfachmal irgendwas zusammengeschmissen und als er den ersten Kuchen aus dem Ofen geholt hat hat er sich so gefreut, weil er quasi perfekt und superlecker aussah und alles und er war superhappy, dann hat er ihn aber probiert und es hat quasi nur nach Baking Soda geschmeckt. Er hat aber nicht aufgegeben und weiterversucht, und der nächste Ofen sah dann nicht mehr so toll aus, hat zwar ein wenig besser geschmeckt aber eigentlich auch nicht wirklich und vor allem nicht nach Kuchen. Des war so drollig wie er da vor seinen zwei „Kuchen“ in der Küche stand und mir und Melissa das erzählte. Unglaublich knuffig!Naja, als wir jedenfalls in die Wohnung gekommen waren lief irgendein Film im Fernsehen und auf Nachfrage fand ich dann heraus, dass es ein Horrofilm namens ‚Jeepers Creepers’ war worauf ichnur verkündet hab, dass wir das auf keinen Fall kucken können weil ich sonst den Weg hoch zum Campingplatz nicht überlebe, heute war ja keine Anne da und LittleDanny hatte schon zwei Bier getrunken und ich würde auf jeden Fall laufen müssen. Nach kurzer Diskussion haben wir dann zum Glück ‚Scrubs’ angekuckt, supertollo, aber nach zwei Folgen waren Melissa und ich dann so müde, dass wir uns verabschiedet haben und den Heimweg angetreten haben. Sie musste ja nur um die Ecke und Treppe hoch, aber ich hatte wieder meinen Mini-Track vor mir. Den Horrorfilm hatte ich noch nicht ganz vergessen und meine Phantasie war wieder voll im Gange und so bin ich quasi fast die Treppen hochgerannt, jedenfalls die erste paar Stufen, dann konnt ich nicht mehr und auf einmal hat es rechts am Weg ganz laut geraschelt und gewackelt und ich war mir sicher, gleich würde jemand aus dem Gebüsch springen und mein Herz klopfte und ich war quasi in Panik. Zum Glück war es nur ein Opossum oder so, den Rest des Weges bin ich trotzdem in Rekordtempo hoch mit dem Ergebnis dass meine Lungen oben wie Feuer brannten, mein Hals schmerzte und ich nur noch am husten, röcheln und Luft schnappen war. Nicht sehr angenehm! Aber ich war heil oben angekommen, war ja die Hauptsache und hatte sogar nicht vergessen, dass heute nacht bei uns Zeitumstellung ist. Eine Stunde vor, also Sommerzeit, also jetzt 11 Stunden Zeitunterschied zwischen mir und euch, bis ihr auf Winterzeit umstellt und es dann wieder einfach zu rechnende 12 Stunden sind. Die nächsten zwei Tage hab ich ja frei und muss erst wieder am Mittwoch Abend arbeiten, eigentlich hatte ich ja länger wegfahren wollen, nachdem ich aber erfahren hab dass Jule (die aus Westport) zur Zeit in Deutschland ist weil ihr Vater einen Herzinfarkt hatte, fiel dieser Besuch für mich also erstmal flach. Die Blenheimer Gang hatte ich ja auch noch mal sehen wollen, die waren aber grad zum Teil wahrscheinlich in Auckland, muss ich morgen mal rausfinden und dann sehen, wo ich lande! Guads nächtle!

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